Als meine Mutter starb, hatte ich das Gefühl, ich müsse mehr für meine Gesundheit tun. Da ich in naher Zukunft kein weiteres Rad kaufen wollte, weil ich mich bei meiner ersten Wahl nicht habe beraten lassen, entschied ich, mir das Rad im Fachhandel zu kaufen. „Little John Bikes“ in Berlin Wilmersdorf. Deshalb habe ich mir für 1000 Euro ein Kalkhoff Tourenrad gekauft. Es war das erste Rad nach meiner Kindheit. Ambitioniert habe ich einen Tag nach Erhalt des Rades meine erste Fahrt ins Büro geplant. 11 Kilometer.

Überraschungen auf dem Weg ins Büro

Das Leben

Alles fing ganz gut an. Der Sattel war nicht perfekt eingestellt und ehrlich gesagt, hatte ich als 40 Jähriger keine wirkliche Ahnung, in welchem Winkel der Sattel stehen musste und wie hoch er eingestellt sein müsste, damit ich ein optimales Fahrraderlebnis erfahren durfte.

Alles war anstrengender als zunächst gehofft. Schließlich habe ich mindestens 20 Jahre nicht mehr auf einem Drahtesel gesessen. Nach den ersten 2 Kilometern hatte ich ein sehr unsicheres Gefühl auf dem neuen Rad. Alles schlackerte noch hin- und her. Ich habe das zunächst auf meine lange Abstinenz zurückgeführt. Das war allerdings eine falsche Vermutung.

Ein kleines schlackern nach links und ein klack gefolgt von einem heftigen Rechtsruck und mein Lenker stand quer zur Fahrtrichtung. Zum Glück konnte ich noch sicher bremsen. Tja mit so einer Überraschungen auf dem Weg ins Büro hatte ich nicht gerechnet.

Die Schraube meiner Lenkstange war nicht richtig festgedreht, so dass sich der Lenker lösen konnte und das Rad unlenkbar wurde. Natürlich hatte ich kein Werkzeug dabei. Wer rechnet schon damit, dass man bei der Jungfernfahrt schon eine kleine Havarie erleidet. So bin ich Geschäft für Geschäft auf meinem Weg schiebend abgeklappert und habe nach Werkzeug gefragt. Und siehe da – ein Kaminhersteller hatte tatsächlich einen Schraubenschlüssel mit dem ich provisorisch den Lenker befestigen konnte.

Nachdem ich gegen Abend auf meinem Rückweg einigermaßen sicher nach Hause gekommen bin, habe ich mir gleich die fehlenden Utensilien zugelegt.

Allerdings war an ein Radfahren in den kommenden 3 Tagen nicht zu denken. Mir tat dermaßen der Hintern weh, da der Sattel definitiv falsch eingestellt war. Ich konnte mich absolut nicht auf den Sattel setzen.

Doch das war der Auftakt für sportliche 4 Jahre.

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